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KI in Österreichs Unternehmen: 69 Prozent setzen sie ein, doch nur jeder Fünfte sieht echten Erfolg

tech2026-08-19 · 3 min read · 27 reads

Der EY KI Readiness Check 2026 zeigt, dass bereits 69 Prozent der österreichischen Unternehmen künstliche Intelligenz einsetzen. Doch ein nachweisbarer Geschäftserfolg bleibt vielerorts noch aus.

Künstliche Intelligenz ist in Österreichs Wirtschaft angekommen, doch der Weg von der Technologie zum messbaren Erfolg ist noch lang. Das zeigt der aktuelle EY KI Readiness Check 2026, der ein differenziertes Bild zwischen Aufbruchstimmung und Ernüchterung zeichnet und offenlegt, wo die Unternehmen im Land tatsächlich stehen.

69 Prozent setzen KI ein

Die zentrale Zahl der Untersuchung ist eindeutig. Bereits 69 Prozent der befragten Unternehmen setzen künstliche Intelligenz ein, zumindest in Form von Pilotprojekten. Für die Studie wurden mehr als 100 Führungskräfte aus österreichischen Unternehmen mit jeweils über 100 Mitarbeitenden befragt, was den Ergebnissen eine solide Grundlage verleiht.

Die Kehrseite dieser Zahl ist ebenso aufschlussreich. Rund 31 Prozent der Unternehmen planen bislang keinen künftigen Einsatz von KI. Ein knappes Drittel der heimischen Betriebe steht der Technologie also weiterhin abwartend oder ablehnend gegenüber, während die Mehrheit bereits erste Schritte in Richtung Anwendung gemacht hat.

Produktivität und Kosten als Treiber

Österreichs Unternehmen setzen vor allem auf KI, um Produktivität zu steigern und Kosten zu senken. (Symbolbild)
Österreichs Unternehmen setzen vor allem auf KI, um Produktivität zu steigern und Kosten zu senken. (Symbolbild)

Die Beweggründe für den Einsatz sind vor allem wirtschaftlicher Natur. An erster Stelle steht mit 41 Prozent die erhoffte Produktivitätssteigerung, gefolgt von der Kostensenkung, die von 24 Prozent der Unternehmen genannt wird. Die Firmen versprechen sich von KI also in erster Linie effizientere Abläufe und geringere Ausgaben im Tagesgeschäft.

Der Erfolg lässt oft auf sich warten

Trotz der breiten Nutzung bleibt der handfeste Ertrag häufig aus. Nur jedes fünfte Unternehmen sieht bislang einen nachweisbaren Geschäftserfolg durch den Einsatz von KI. Diese Lücke zwischen Verbreitung und tatsächlichem Nutzen ist eines der auffälligsten Ergebnisse der Studie und zeigt, dass viele Projekte über das Experimentierstadium noch nicht hinausgekommen sind.

Diese Diskrepanz bringt Patrick Ratheiser, Head of AI bei EY Österreich, auf den Punkt. Ohne klare Zieldefinition und konsequentes Messen, so seine Warnung, sei KI ein teures Experiment. Damit rückt er einen entscheidenden Punkt in den Vordergrund, denn die Technologie allein genügt nicht, wenn klare Ziele und eine echte Erfolgskontrolle fehlen.

Wo KI zum Einsatz kommt

Aufschlussreich ist auch, in welchen Bereichen die Unternehmen KI nutzen. 43 Prozent setzen sie in zwei bis drei Bereichen ein, wobei IT, Sicherheit und der laufende Betrieb zu den häufigsten Anwendungsfeldern zählen. Zudem nutzt knapp ein Fünftel, konkret 19 Prozent, künstliche Intelligenz, um die Qualität von Entscheidungen zu verbessern.

Strategie und Schulung hinken hinterher

Ein genauerer Blick offenbart organisatorische Schwächen. Nur 33 Prozent der Unternehmen verfügen über eine Führungsstrategie mit aktiver Unterstützung und eigenem Budget. Gezielte Schulungen oder strukturierte Programme bieten lediglich 27 Prozent an, und nur 25 Prozent trauen ihren Mitarbeitenden zu, die Ergebnisse der KI kritisch zu hinterfragen.

Diese Zahlen machen deutlich, dass die technische Einführung von KI der organisatorischen Reife oft vorauseilt. Viele Betriebe führen neue Werkzeuge ein, ohne zugleich die notwendigen Strukturen, Kompetenzen und Kontrollmechanismen aufzubauen. Genau hier liegt eine der größten Herausforderungen für die österreichische Wirtschaft in den kommenden Jahren.

Neue Regeln durch den AI Act

Parallel zu diesen betrieblichen Fragen verändert sich auch der rechtliche Rahmen. Seit dem 2. August 2026 greifen im Rahmen des europäischen AI Act zusätzliche Pflichten, insbesondere für risikoreiche KI-Systeme und in Bezug auf Transparenz. Unternehmen sind damit gefordert, ihre eingesetzten KI-Werkzeuge zu erfassen und deren Risiken sorgfältig einzuschätzen.

Für die österreichischen Betriebe bedeutet das einen doppelten Anpassungsdruck. Sie müssen nicht nur den wirtschaftlichen Nutzen ihrer KI-Projekte unter Beweis stellen, sondern zugleich die neuen regulatorischen Vorgaben erfüllen. Wer seine Systeme genau kennt und dokumentiert, ist dabei klar im Vorteil gegenüber jenen, die den Überblick bereits verloren haben.

Insgesamt zeichnet der EY KI Readiness Check 2026 das Bild einer Wirtschaft im Übergang. Künstliche Intelligenz ist weit verbreitet, doch der Sprung vom Pilotprojekt zur strategischen Wertschöpfung steht vielerorts noch aus. Der Erfolg wird künftig weniger davon abhängen, ob ein Unternehmen KI nutzt, als vielmehr davon, wie klar und konsequent es dies tatsächlich tut.

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