Max BauerVIEW PROFILE →
Österreich stärkt seine KI-Position, die AI Factory Austria bringt Hochleistungsrechnen zu den Unternehmen
Österreich hat mit der AI Factory Austria eine nationale Initiative gestartet, die heimischen Unternehmen Zugang zu europäischem Hochleistungsrechnen verschafft und die digitale Souveränität stärkt.
Österreich setzt verstärkt auf die Zukunftstechnologie der Künstlichen Intelligenz und unternimmt ganz konkrete Schritte, um seine Position in diesem wichtigen Bereich zu festigen. Mit einer neuen nationalen Initiative soll den heimischen Unternehmen der Zugang zu modernster Rechenleistung ermöglicht werden. Dieses Vorhaben markiert einen wichtigen Meilenstein für den gesamten Technologiestandort.
Die Eröffnung der AI Factory Austria

Im Zentrum dieser Bemühungen steht die sogenannte AI Factory Austria, abgekürzt AI:AT. Am 25. Februar 2026 eröffnete Innovationsminister Peter Hanke offiziell den dazugehörigen Coworking-Hub im Wiener Bezirk Landstraße. Diese moderne Einrichtung soll als physisches Zentrum und als Trainingsgelände für die Entwicklung von KI-Anwendungen dienen.
Die Ziele der Initiative sind klar definiert und zugleich äußerst ambitioniert. Es geht vor allem darum, den österreichischen Unternehmen einen strukturierten Zugang zum europäischen Hochleistungsrechnen zu verschaffen. Darüber hinaus soll die digitale Souveränität des Landes gestärkt und die Künstliche Intelligenz von der reinen Strategie in die praktische Anwendung überführt werden.
Zugang zu enormer Rechenleistung
Ein wesentlicher Bestandteil des gesamten Projekts ist der Zugang zu leistungsstarken Supercomputern. Derzeit erfolgt dieser Zugang über den Supercomputer namens Leonardo, der sich im italienischen Bologna befindet. Dieses beeindruckende System ist in der Lage, mehr als 250 Millionen Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde durchzuführen, was eine gewaltige Kapazität darstellt.
Für die Zukunft sind jedoch noch weitreichendere Pläne vorgesehen, um die Unabhängigkeit weiter zu erhöhen. So ist geplant, dass ein eigener Supercomputer direkt in der Bundeshauptstadt Wien errichtet wird. Nach aktuellem Stand soll dieses neue System gegen Ende des Jahres 2027 seinen Betrieb aufnehmen und die heimische Infrastruktur erheblich verstärken.
Ein zentraler Anlaufpunkt
Die AI Factory Austria versteht sich als eine Art zentrale Anlaufstelle für alle beteiligten Akteure. Sie fungiert als sogenannter One-Stop-Shop, der Organisationen von der Produktentwicklung bis hin zur konkreten Umsetzung begleitet. Besonderer Wert wird dabei auf die Ausbildung von Fähigkeiten sowie auf eine vertrauenswürdige und sichere Anwendung der Technologie gelegt.
Getragen wird diese wichtige Initiative von zwei starken Partnern aus der österreichischen Forschungslandschaft. Die Leitung liegt gemeinsam beim AIT Austrian Institute of Technology und der Advanced Computing Austria. Zudem ist die AI Factory Austria ein fester Teil des europäischen Netzwerks von KI-Fabriken innerhalb des EuroHPC-Verbunds.
Bereits reges Interesse
Die neue Einrichtung stößt bereits auf ein reges Interesse aus der Wirtschaft und der Forschung. So sind an dem Standort schon über zwanzig verschiedene Technologieunternehmen aktiv tätig. Dies zeigt sehr deutlich, dass der Bedarf an einer solchen zentralen Plattform in Österreich vorhanden ist und die Initiative auf fruchtbaren Boden fällt.
Auch im Bereich der Weiterbildung kann die Initiative bereits beachtliche Erfolge vorweisen. Seit dem Juli des Jahres 2025 wurden insgesamt 73 verschiedene Schulungen durchgeführt. An diesen nahmen mehr als 2.700 Personen aus nicht weniger als 35 unterschiedlichen Ländern teil, was die internationale Ausstrahlung dieser Initiative eindrucksvoll unterstreicht.
Vielfältige heimische Unternehmen
Am Standort und im Umfeld der AI Factory Austria tummeln sich zahlreiche innovative Firmen aus den verschiedensten Branchen. Ein spannendes Beispiel ist das Start-up eustella, das sich selbst als europäische Alternative zu bekannten Diensten wie ChatGPT, Claude und Gemini positioniert. Es setzt dabei ganz bewusst auf die europäische Cloud-Infrastruktur.
Doch die Vielfalt der beteiligten Unternehmen ist noch weitaus größer und beeindruckender. So beschäftigt sich etwa die Firma Zenta Solutions mit der Analyse medizinischer Daten im Gesundheitsbereich. Andere Unternehmen wie Wictory.ai sind wiederum im Bereich der Sporttechnologie tätig, während sich die Firma Neoalp auf KI-Lösungen für humanoide Roboter spezialisiert hat.
Erhebliche staatliche Förderung
Die Bedeutung, die der österreichische Staat der Künstlichen Intelligenz beimisst, spiegelt sich auch in den finanziellen Zusagen deutlich wider. Das Ministerium von Innovationsminister Hanke stellt für die Förderung angewandter Forschung eine beachtliche Summe von 1,7 Milliarden Euro bereit. Damit wendet dieses Ressort mehr Mittel auf als jede andere österreichische Abteilung.
Innovationsminister Hanke betonte zudem die tiefgreifende Wirkung dieser Zukunftstechnologie. Nach seinen Worten verändert die Künstliche Intelligenz die Gesellschaft und die Wirtschaft von Grund auf. Sie wurde daher als eine von insgesamt neun Schlüsseltechnologien in der Industriestrategie 2035 des Landes fest verankert, was ihre hohe strategische Priorität verdeutlicht.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Österreich mit der AI Factory Austria einen sehr entschlossenen Weg in die digitale Zukunft eingeschlagen hat. Durch die Kombination aus modernster Infrastruktur, gezielter Ausbildung und erheblicher staatlicher Förderung will sich das Land als bedeutender Standort für Künstliche Intelligenz etablieren. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich diese vielversprechende Initiative weiterentwickelt.





