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Der stille Gewinner des KI-Booms: Wie AT&S mit Milliarden für die Chip-Substrate von AMD wächst

tech2026-08-28 · 3 min read · 0 reads

Während alle über KI-Chips reden, verdient ein steirisches Unternehmen still an ihrem unsichtbaren Fundament: AT&S baut sein Werk in Kulim für bis zu zwei Milliarden Euro aus, beliefert AMD mit IC-Substraten und hebt dank des Chiplet-Trends seine Umsatzprognose auf plus 45 bis 55 Prozent an.

Wenn heute über den Boom der künstlichen Intelligenz gesprochen wird, fallen fast immer dieselben klingenden Namen wie Nvidia, AMD oder die großen Rechenzentren. Doch im Schatten dieser Giganten verdient ein österreichisches Unternehmen aus der Steiermark still und leise prächtig mit, indem es ein unverzichtbares, aber kaum sichtbares Bauteil liefert.

Das unsichtbare Bindeglied im Chip

Die Rede ist von AT&S, einem Weltmarktführer bei der Herstellung von sogenannten IC-Substraten, die für moderne Hochleistungschips schlichtweg unverzichtbar geworden sind. Man kann sich ein solches Substrat als eine hochkomplexe, mikroskopisch feine Trägerplatte vorstellen, die das eigentliche Silizium-Herzstück eines Chips mit der restlichen Platine verbindet.

Ohne dieses winzige, aber technologisch anspruchsvolle Bindeglied könnten die milliardenteuren Rechenkerne von AMD und Co. gar nicht erst funktionieren oder miteinander kommunizieren. Es ist also das Fundament, auf dem die gesamte Leistung eines modernen Prozessors überhaupt erst aufgebaut werden kann, und genau hier beginnt die eigentliche Erfolgsgeschichte des steirischen Konzerns.

Der stille Gewinner des KI-Booms: Wie AT&S mit Milliarden für die Chip-Substrate von AMD wächst

Ein Milliarden-Ausbau für die Zukunft

Die enorme Zuversicht des Unternehmens in seine eigene Zukunft lässt sich an einer beeindruckenden Investitionsentscheidung ablesen, die Mitte Juni 2026 bekannt gegeben wurde. AT&S kündigte an, seinen Produktionsstandort im malaysischen Kulim massiv zu erweitern, wobei die Gesamtinvestition zwischen 1,5 und 2,0 Milliarden Euro liegen soll.

Ein solcher Schritt wird natürlich nicht ins Blaue hinein gewagt, sondern beruht auf handfesten und langfristigen vertraglichen Zusagen von Großkunden. Konkret basiert der Ausbau auf Vereinbarungen mit dem namhaften Chip-Hersteller AMD sowie einem weiteren führenden, aber nicht näher genannten Technologieunternehmen aus der Branche.

Der geplante Ausbau umfasst dabei zwei wesentliche Komponenten am bestehenden Standort in Südostasien. Einerseits wird die bereits vorhandene Struktur des zweiten Werks fertig ausgestattet, andererseits entsteht eine komplett neue Produktionsstätte für IC-Substrat-Kerne und besonders anspruchsvolle Leiterplatten.

Warum die KI größere Substrate braucht

Der eigentliche Treibstoff hinter diesem Wachstum ist ein fundamentaler technologischer Wandel in der Art und Weise, wie Chips heute konstruiert werden. Die Branche bewegt sich weg von einem einzigen, monolithischen Chip hin zu sogenannten Chiplet-Architekturen, bei denen mehrere kleinere Bausteine geschickt zu einem großen Ganzen kombiniert werden.

Genau diese neue Bauweise sorgt für eine deutlich höhere Nachfrage nach eben jenen komplexen Substraten, die AT&S herstellt und perfektioniert hat. Der KI-Boom beschleunigt diese Entwicklung zusätzlich dramatisch, denn moderne, agentenbasierte KI-Anwendungen benötigen immer größere und komplexere Substrate mit höherer Integrationsdichte und mehr Lagen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Wie stark dieser Rückenwind aus dem KI-Sektor bereits jetzt zu spüren ist, zeigt sich eindrucksvoll an den angehobenen Finanzprognosen des Unternehmens. Für das Geschäftsjahr 2026/27 rechnet AT&S nun mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von satten 45 bis 55 Prozent im Vergleich zum vorherigen Jahr.

Auch bei der Profitabilität schraubte das Management seine Erwartungen deutlich nach oben, was die gute Auftragslage untermauert. Die EBITDA-Marge soll nun zwischen 32 und 37 Prozent liegen, während zuvor lediglich ein Wert von 25 bis 29 Prozent in Aussicht gestellt worden war, ein bemerkenswerter Sprung nach oben.

Österreichs Rolle in der globalen Lieferkette

Diese Entwicklung unterstreicht auf eindrucksvolle Weise, welch bedeutende Rolle österreichische Technologie in der globalen Wertschöpfungskette der Halbleiterindustrie tatsächlich spielt. Während die großen Fabriken oft in Asien oder Amerika stehen, sitzt mit AT&S ein entscheidender Zulieferer mit seinen Wurzeln fest in der steirischen Erde verankert.

So profitiert das Land nicht nur indirekt vom globalen Wettlauf um die Vorherrschaft bei der künstlichen Intelligenz, sondern gestaltet ihn an einer kritischen Stelle aktiv mit. Der stille Gewinner AT&S beweist damit, dass man nicht zwangsläufig den lautesten Chip bauen muss, um im Zeitalter der KI zu den großen Profiteuren zu zählen.

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